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Papazuhause Mythbusters: meine Top 5 Stillmythen

Du kennst bestimmt selbst viele Stillmythen und Ammenmärchen. Viele davon regen auch mich als Papa auf. Meine fünf allerliebsten Lieblinge habe ich für dich zusammengefasst und meinen Senf dazu gesammelt. Viel Spaß bei den Papazuhause Mythbusters!

 

Heute wird wieder schriftlich gestillt und es wird mystisch. Unzählige, teilweise haarsträubende Aussagen kursieren immer wieder. Zugegeben, ich selber spreche jetzt nicht so häufig mit anderen übers Stillen. Das ergibt sich einfach nicht so oft. Doch allein eine kleine Runde durch diverse Facebook-Gruppen genügt, um einen starken inneren Drang nach Aufklärung zu bekommen. Für dich habe ich meine „liebsten“ fünf Aussagen herausgepickt, fleißig recherchiert und noch meinen eigenen Senf dazu gegeben. Zusammen ergibt das die Liste meiner Top 5 Stillmythen. Los, stürzen wir uns ins Still-Gruselkabinett.

 

Stillmythos Nummer 1: Muttermilch alleine macht nicht satt

„Natürlich schreit das Kind so oft, von der Muttermilch alleine kann es doch nicht satt werden.“

Es kann vorkommen, dass dein Baby geradezu unersättlich wirkt. Ständig möchte es stillen. Fast so, als würde es nie satt werden. Bestenfalls schreit es dann auch noch dazu irgendwie häufiger als sonst. Da können gerade bei recht frisch gebackenen Eltern Sorgen und Zweifel aufkommen. Wenn dann noch äußerst wertvolle Kommentare von außen dazukommen, macht sich schnell Panik breit. Doch in der Regel ist das völlig umsonst. Beim genannten Szenario sprechen wir vom Clusterfeeding. In der Zeit scheinen Baby und Brust beinahe untrennbar. Hauptgrund für das Clustern sind die diversen Schübe und Sprünge (Die besten Infos zu den Sprüngen findest du übrigens im Buch: Oje, ich wachse! *). Zusätzlich kann der kleine Milchvampir einfach nur ein riesengroßes Bedürfnis nach Ruhe und Geborgenheit haben, weil zum Beispiel zu viel los war. Sich Bahn brechende Zähnchen sind auch ein heißer Tipp.

Okay, der Mythos wäre mal zerstört. Doch was sollst du in der Situation tun. Mama: Sei für dein Baby da. Bewahre Ruhe. Papa: Bewahre noch mehr Ruhe und sei für Mama da! Es gibt bestimmt angenehmere und erholsamere Hobbys als Clustern. Nichtsdestotrotz ist es natürlich wichtig, gerade in dieser Situation gut darauf zu achten, ob es eurem Baby ansonsten tatsächlich gut geht. Genug nasse Windeln? Gewichtszunahme okay? Ansonsten nix Auffälliges? Im Zweifel geht ihr unbedingt zum Kinderarzt eures Vertrauens. Aber lasst euch bitte nicht unnötig von außen fertig machen.

 

Stillmythos Nummer 2: Stillen macht Babys dick

Ab zum krassen Gegenteil. Die Muttermilch ist nicht zu wenig, sondern zu viel für die Kleinen, sie werden davon dick. Sagt zumindest die Ex-Schwägerin vom Nachbarn, die das in der Zeitung gelesen hat, dass auf Youtube ein Video von einem süßen Katzenbaby war, dessen Frauchen nur so dick ist, weil es zu viel gestillt wurde. Oder so ähnlich. Jedenfalls ist diese Aussage Schwachsinn. Es ist genau umgekehrt. Stillbabys sind sogar seltener übergewichtig. Damit kommen wir wieder in den Bereich, der mir beim Thema BLW so gut gefällt. Der natürliche Umgang mit Nahrung führt zu natürlichen Essgewohnheiten. Wenn ein Kind immer dann Muttermilch trinken kann, wenn es gerade nötig ist und dabei selbst darüber bestimmen kann, bekommt es ein besseres Gespür, wie viel es tatsächlich braucht. Immerhin muss die Milch erst gezielt herausgesaugt werden. Will das Baby also keine Milch mehr, hört es auf zu saugen – fertig.

 

Stillmythos Nummer 3: Stillmamis müssen auf Knoblauch & Co verzichten!

Diesen Mythos kann ich nicht restlos zerstören. Etwas zusammenstutzen dagegen schon. Vielerorts ist davon die Rede, dass Stillmamis komplett auf blähende Lebensmittel verzichten müssen. Bloß keinen Knoblauch, auf keinen Fall Kohl! Wie so oft wird nichts so heiß gegessen, wie gekocht – auch Knoblauch und Kohl nicht. Grundsätzlich reagiert schon mal jeder anders auf unterschiedliche Lebensmittel. Daher macht ein allgemeines „Verbot“ von bestimmten blähenden Speisen keinen Sinn. Probieren geht hier ganz klar über Studieren. Wenn du die absolut unsicher bist, lass bestimmte Sachen weg. Ansonsten versuche es einfach. Im Idealfall ist alles gut. Wenn nicht, streichst du die Verdächtigen Lebensmittel vom Speiseplan. Lass definitiv nicht grundlos Panik aufkommen.

 

Stillmythos Nummer 4: Unbedingt zwei Stunden warten zwischen dem Stillen!

Eine der natürlichsten Sachen der Welt genauestens kontrollieren und überperfektionieren. Für mich klingt das nicht gerade logisch. Doch gibt es immer wieder Verfechter von ganz genauen Stillintervallen. Oder zumindest zwei Stunden Pause dazwischen. Erinnert mich an die berühmten 30 Minuten nach dem Essen, bevor man wieder ins Wasser darf. Es handelt sich jedoch nur um einen weiteren Vertreter der vielen Stillmythen und Ammenmärchen. Die Befürchtung, die dahintersteckt: wenn im Magen noch Milch ist, die noch nicht fertig verdaut ist und plötzlich ganz frische Muttermilch draufkommt, drohen fiese Blähungen. Da ist allerdings nichts dran. Viel eher können Probleme beim Anlegen zu Blähungen führen, da das Stillbaby unnötig Luft mitschluckt. Also bitte entspann dich, was die Stillintervalle angeht. Wenn dein Kind trinken will, lass es trinken.

 

Stillmythos Nummer 5: Bei Sommerhitze braucht ein Stillbaby zusätzliche Flüssigkeit

Kommen wir zum letzten meiner fünf liebsten Stillmythen. Bei großer Hitze soll Muttermilch nicht ausreichend Flüssigkeit liefern. Das Baby braucht also noch extra Wasser oder Tee. Soweit die oft verbreitete Theorie. Fakt ist allerdings, dass Muttermilch zu 85 % aus Wasser besteht. Ein voll gestilltes, gesundes Kind braucht daher keine zusätzliche Flüssigkeit. Wenn das Stillen schon etwas reduziert wird und Beikost dazukommt, sollte es ohnehin schon normal sein, dass dein Kind Wasser dazu bekommt. Muttermilch ist also wunderbar durstlöschend und liefert zusätzlich viele Nährstoffe, die gerade bei Hitze besonders hilfreich sind. In diesem Sinne: Prost!

Das waren sie auch schon meine fünf Lieblinge unter den vielen Stillmythen. Die Natur hat das alles definitiv besser eingerichtet, als viele von uns glauben. Ein bisschen mehr Verlass darauf würde bestimmt nicht schaden. Keinesfalls blind, ohne links und rechts zu schauen. Im Zweifel sollte sich das immer ein Arzt ansehen. In vielen Fällen könnten wir jedoch wesentlich entspannter sein.


Jetzt zu dir: hast du noch ganz bestimmter Klassiker unter den Stillmythen, die du absolut nicht mehr hören kannst? Verrate es uns doch in einem Kommentar!

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Published in Stillen

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