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Let’s talk about Väterkarenz – Interview mit Rene

Mamas und Papas, es ist Zeit für das nächste Interview mit einem Karenzpapa! Dieses Mal erzählt uns Rene von seiner Zeit zu Hause und vor allem, was er sich teilweise von seinen Kollegen anhören musste.

Der dritte Interview-Papa: Rene aus Westerwald bei Koblenz

Endlich geht es wieder weiter mit Let’s talk about Väterkarenz! Für dieses Interview hat sich Rene aus Westerwald kurz Zeit genommen und seine Erfahrungen mit der Elternzeit mit uns geteilt. Zwei Monate waren es, die er sich mit seiner Frau aufgeteilt hat. Wie es ihm dabei gegangen ist, was für starken Tobak er sich teilweise anhören musste, ob er es wieder tun würde und warum die Karenz auch gut für die Partnerschaft war, erfahrt ihr jetzt!

Vor der Karenz

Wie bist du auf die Idee gekommen, in Karenz zu gehen?

Für meine Frau und mich stand von Beginn der Schwangerschaft an fest, dass ich in Elternzeit gehe. Wenn man die Möglichkeit dazu bekommt, sollte man diese meiner Meinung nach auch nutzen. Die Zeit mit der Familie ist einfach wichtig und gerade die Entwicklung, die das Kind in den ersten Lebensmonaten macht, will man auch als Vater so gut es geht mitbekommen.

Das Geld der Familie und vor allem dem Kind vorzuziehen finde ich persönlich aber traurig.

Wie ist diese Entscheidung in deinem beruflichen Umfeld angekommen?

In meinem beruflichen Umfeld hat die Entscheidung verschiedene Reaktionen ausgelöst. Manche Kollegen, speziell die, die selbst Kinder haben und selbst in Elternzeit gegangen sind, haben diese sehr unterstützt. Von anderen kam totales Unverständnis. Wie man denn freiwillig auf Geld verzichten kann, da man nur 65 % seines Gehaltes in der Zeit bekommt. Oder derbe Sprüche wie, dass man fürs F**** ja noch belohnt wird. Diese Reaktionen kamen aber dann meist von Kollegen, die selbst noch nicht mal in einer Beziehung waren. Ich habe auch Kollegen, welche ausschließlich wegen des Geldes keine Elternzeit genommen haben. Dort gibt es aber auch die, die nicht verzichten konnten, jedoch auch die, die nicht verzichten wollten. Das Geld der Familie und vor allem dem Kind vorzuziehen finde ich persönlich aber traurig.

 

Was hast du dir von der Väterkarenz erwartet bzw. erhofft?

Ich habe mir von meiner Elternzeit erhofft, viel Zeit mit meiner Familie verbringen zu können und auch die Bindung zum Kind mehr zu stärken. Dies wurde auch erfüllt. Wir haben einiges unternommen und ich habe und gucke auch, so viel Zeit wie möglich mit meinem Kind zu verbringen.

 

Während der Karenz

Wie lange warst du in Väterkarenz?

Ich habe meine Elternzeit aufgeteilt. Insgesamt gehe ich zwei Monate in Elternzeit, damit die restlichen Monate für meine Frau bleiben. Den ersten Monat habe ich im 6. Lebensmonat meines Kleinen gemacht, den zweiten mache ich aktuell im 12. Lebensmonat.

Über Windeln wechseln, kochen und putzen, habe ich alles gemacht.

Wie waren die ersten Tage zu Hause bei der Familie?

Die erste Zeit mit der Familie hatte ich Urlaub und war noch nicht direkt in Elternzeit. Da meine Frau einen Kaiserschnitt haben musste, habe ich in der ersten Zeit zu Hause alles übernommen und mich um unser Kind und um meine Frau gekümmert. Über Windeln wechseln, kochen und putzen, habe ich alles gemacht. Als ich dann meinen ersten Monat Elternzeit nahm, war es an sich nichts Neues. Es fühlte sich an wie ein langer Urlaub.

Wie war es danach, wie hast du die Väterkarenz verbracht?

In der Elternzeit haben wir viel zusammen unternommen, aber auch Dinge erledigt, welche sich über die Zeit angesammelt hatten und erledigt werden musste. Darunter sind auch so Dinge gefallen wie den Keller oder den Dachboden aufräumen.

Die Zeit für die Partnerschaft darf trotz Kind auch nicht zu kurz kommen.

Nach der Karenz

Was war das Wertvollste an der Väterkarenz für dich?

Das war und ist definitiv die Zeit tagsüber voll mit meinem Kind verbringen zu können. Aber auch die Stunden am Abend zu zweit auf dem Sofa, wenn der kleine Mann im Bett liegt. Die Zeit für die Partnerschaft darf trotz Kind auch nicht zu kurz kommen.

 

Was hast du nach der Karenz gemacht?

Ich bin und gehe nach meiner Elternzeit wieder Vollzeit arbeiten. Am liebsten würde ich zwar auch weiter zu Hause bleiben, jedoch hat man sich über die Jahre einen Lebensstandard angeschafft, welcher natürlich weiter finanziert werden muss. Daher scheitert eine längere Elternzeit auch am Geld.

 

Würdest/wirst du wieder in Karenz gehen?

Wie gesagt bin ich aktuell im zweiten Monat meiner Elternzeit. Da wir aber auch noch mindestens ein Kind planen, steht schon fest, dass ich auch beim zweiten Kind wieder in Elternzeit gehen werde. Ob ich die Aufteilung wieder so mache wie jetzt oder sogar länger in Elternzeit gehe, steht aber noch nicht genau fest.

 

Vielen Dank Rene für deine Zeit und die spannenden Antworten! Wünsche dir und deiner Familie noch viele schöne Elternzeit-Momente! :)

 

Hier findest du Rene und seine Frau online

Rene bei Instagram: rene.bam_

Seine Frau Anna bei Instagram: bunte_herbstkinder

Published in Interview Väterkarenz


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