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Buchrezension: Slow Family – Entschleunigung im Familienleben

Slow Family – Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kinder. Schon der Titel lädt zum Entschleunigen ein. Wer diese Entschleunigung im Familienleben praktizieren möchte, ist bei diesem Buch genau richtig!

Auf zur Buchrezension Nummer zwei! Immer noch ziehe ich meine eigene kleine Lesechallenge durch. Woche für Woche lese ich fleißig ein weiteres Buch. Und das, obwohl ich lange Zeit immer nur ans Lesen gedacht, es aber nie getan habe. Wenn ich dabei etwas Passendes zum Familienleben dabeihabe, packe ich es natürlich gerne in einen Blogbeitrag für dich. So auch dieses Mal. Es handelt sich um einen Elternratgeber, der in Wahrheit gar keiner sein will. Bei Slow Family gibt es keine großen Formeln und Versprechen für mehr Entschleunigung im Familienleben. Es sind nicht drei einfache Tipps, die dein Leben in nur 14 Tagen perfekt machen werden. Zum Glück, denn es gibt definitiv schon genug Bücher von dieser Sorte. Doch woraus besteht es dann? Sehen wir uns das gemeinsam an.


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Schreibstil – Wie sprechen die beiden Autorinnen mit ihren Lesern?

Wie schon bei meiner ersten Buchrezension über das gewünschteste Wunschkind möchte ich zuerst auf den Schreibstil eingehen. Erneut sind es mit Julia Dibbern und Nicola Schmidt zwei Autorinnen, die ihr großartiges Wissen mit uns teilen. Auch sie schaffen es, jede Menge Inhalt auf recht lockere Art und Weise zu vermitteln. Als würden sie es dem Leser bei einem gemütlichen Kaffee (oder auch Tee, Kakao oder einem anderen Getränk deiner Wahl) erzählen. Zwischen dem allgemeinen Buchtext tauchen immer wieder (farblich abgehoben) interviewartig kleine Erzählungen der beiden auf. Dabei wird fleißig aus dem Familiennähkästchen geplaudert und das vermittelte Wissen mit der ein oder anderen Anekdote untermauert und belegt.

In manchen von den wirklich wenigen negativen Rezensionen wurde der Schreibstil kritisiert. Zu locker, zu umgangssprachlich ist er für die Kritiker. Oder sogar überheblich und arrogant. Das kann ich definitiv nicht bestätigen. Für mich war es absolut wunderbar zu lesen, hat richtig viel Spaß gemacht und ich konnte jede Menge dabei lernen.

 

Der Inhalt – wie kommt es mit Slow Family zur großen Entschleunigung im Familienleben?

Was wird da so wunderbar lesbar und mit viel Spaß vermittelt? Sehen wir uns den Inhalt an, ohne natürlich zu viel zu verraten. Recht neutral habe ich mir dieses Buch aus dem Regal genommen. Ohne besondere Erwartungen. Immerhin hatte ich reichlich wenig Plan, worum es überhaupt genau gehen sollte. Dann fing ich an zu lesen und schon die Einleitung packte mich. Sie holte mich perfekt ab. Punktgenau bei einem Thema, das mich auch rund um meiner Firma viel beschäftigt. Was können wir dazu beitragen, dass die Welt ein besserer Ort wird? Das Buch hat eine beruhigende Antwort: jede Menge! Sogar ganz ohne uns an ein Atomkraftwerk ketten zu müssen.

Wenn wir mit kleinen Dingen und täglichen Entscheidungen anfangen, lässt sich schon viel erreichen. Ganz nach dem Motto: jeden Tag ein bisschen. Vielleicht doch lieber das Biogemüse aus der Region, auch wenn es etwas teurer ist? Oder mit der Bim zur Pluscity statt mit dem Auto. Auch unterwegs eine Stoffwindel statt der Wegwerfwindel verwenden.

Für mich zieht sich das Thema wie ein roter Faden durchs Buch. Es läuft vieles darauf hinaus. Durch die eigene Entschleunigung im Familienleben und durch mehr Aufmerksamkeit für die Welt um uns herum kann man dem hektischen System aus Wachstum, Konsum und Stress ein paar Teilnehmer wegnehmen. Das ist gleichzeitig für einen selbst und die ganze Welt eine Verbesserung. Zusätzlich hat das Buch einen starken Hang zurück in die Natur. Einfach mal bei starkem Regen trotzdem rausgehen. (und rechtzeitig wieder rein, mit Absicht erkälten soll sich natürlich keiner) Oder barfuß durch die Wiese oder den Wald gehen, um sich im wahrsten Sinne des Wortes zu erden.

Ein Buffet aus sieben Zutaten

All das wird den Lesern mit sieben Zutaten vermittelt. Ein fixes Rezept, wie diese Zutaten verwendet werden sollen, gibt es dabei nicht. Kein konkreter Plan, keine Vorschriften. Viel mehr sind die Zutaten eine Art Buffet. Jeder kann sich nach Belieben bedienen. So, wie er es für richtig hält. Schmeckt es nicht wie gewünscht? Dann kann man immer noch mit anderen Zutaten experimentieren. Wie schon gesagt: hier gibt es keine 14-Tage-Formel zum perfekten Familienglück. Wäre ja auch langweilig, wenn alle auf dieselbe Art glücklich werden würden.

 

Zusammenfassung – was nehme ich mit?

Nach diesem Buch halte ich mich selbst ebenfalls nicht streng an die sieben Zutaten. Vielmehr habe ich, wie schon beim gewünschtesten Wunschkind einen anderen Blick auf viele Dinge bekommen. Ich denke öfter über kleine Entscheidungen nach. Bewege mich viel bewusster durch unsere Welt. Nehme mir auch bewusst Zeit, um unseren Sohn in Ruhe die Tauben beobachten oder mit tapsigen Schritten verfolgen zu lassen. Zeige ihm geduldig die Bienen, wie sie sich rund um die Blumenbeete tummeln. Leider fällt mir die große Entschleunigung im Familienleben noch schwer. Viel zu leicht lasse ich mich dafür noch stressen. Daran werde ich auf jeden Fall weiterhin arbeiten. Es wird langsam. Bis dahin: Slow down!

 

Hast du das Buch auch gelesen? Wie hast du es gefunden, was konntest du mitnehmen? Erzähl es uns in einem Kommentar!

 

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Published in Buchrezensionen

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