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Reboard Kindersitze – mehr Sicherheit für die kleinsten Passagiere

Unser Sohn fährt auch nach der Babyschale weiterhin rückwärts. Und das ist gut so. In diesem Beitrag möchte ich dir Reboard Kindersitze vorstellen und mich auf die Spurensuche begeben, warum sie bei uns so selten sind. Steig ein, es geht los!

Wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen. Mitnichten.

Unser Auto stand immer wieder mal fast zwei Wochen still. Das lag nicht nur an den öffentlichen Verkehrsmitteln, die wir durch den Umzug nach Linz plötzlich vor der Haustür hatten. Es lag am Autofahren an sich. Es war eine Lotterie mit unserem Zwerg. Von völlig problemlosen Fahrten, bis zu regelrechten Katastrophen biblischen Ausmaßes haben wir alles erlebt. Das lag auch an der ungeliebten Babyschale. Mit der Zeit wurde der kleine Mann immer weniger klein und damit groß genug für seinen ersten Kindersitz. Zum Glück! Damit geht es jetzt wesentlich besser. Da müssen schon andere Faktoren wie Müdigkeit dazu kommen, um die Stimmung zu trüben.

Auch bei den Reboard Kindersitzen war ich lange Zeit skeptisch. Zu überwältigend ist die Mehrheit an nach vorne gerichteten Sitzen. Es ist ein weiterer wenig bis gar nicht hinterfragter Standard in unseren Breitengraden. Die Sitze werden nach verschiedensten Kriterien ausgesucht. Größe, Farbe, Preis, Design, Bauchgefühl, Testergebnisse – um nur ein paar zu nennen. Die Fahrtrichtung ist hingegen selten ein Thema. Warum das so ist, kann ich nicht verstehen.

 

Babys sind im wahrsten Sinne des Wortes Dickschädel

Der Kopf eines Babys macht bis zu einem Viertel des Körpergewichts aus. Die Nackenmuskulatur ist noch wesentlich schwächer. Nicht umsonst ist es so ein besonderer Meilenstein, wenn das Baby den Kopf heben und halten kann. Nehmen wir also diese Voraussetzungen und setzen uns alle zusammen ins Auto. Du, das Baby und ich. Wir fahren gemütlich mit 50 km/h durch die Gegend und plötzlich passiert es – ein frontaler Crash. Mit etwas physikalischer Fantasie kannst du dir vorstellen, wie sich der Körper des Babys verhält. Richtig, während das Auto stehen bleibt, will das Baby mit 50 km/h weiterfahren. Wir machen es dem Baby gleich, bleiben im Sicherheitsgurt hängen und kommen mit den Kräften einigermaßen gut zurecht. Beim Baby sieht das naturgemäß anders aus. Nach vorne gerichtet klappt es zusammen wie ein Klappmesser. Was das für Schultern, Wirbelsäule und Genick bedeuten kann, wollen wir uns jetzt nicht genauer vorstellen.

Nach hinten gerichtet, wird der Körper gleichmäßig verteilt in den Sitz gedrückt. Auch nicht lustig, aber wesentlich weniger schlimm. Diesen Vergleich veranschaulicht das Video unter diesem Absatz sehr gut. Vor allem der direkte Vergleich am Ende zeigt die Unterschiede deutlich.

Auch beim Rückwärts-Fahren sind die Schweden einen Schritt voraus

Manchmal habe ich das Gefühl, dass uns Schweden oder generell Skandinavien in fast allen Belangen etwas voraushat. Herrlich zu lesen, wie normal es dort ist, dass die Väter in Karenz gehen. Meist auch länger, als die bei uns üblichen ein bis zwei Monate. Auch in Sachen Bildung scheint dort alles besser zu laufen. Und nicht zuletzt auch bei der Verkehrssicherheit – allen voran Volvo. Mit großen Zielen entwickeln sie immer sicherere Autos und gelten in vielen Belangen als Vorreiter. Hast du gewusst, dass Volvo den Sicherheitsgurt erfunden hat? Sie waren sogar noch so nett, die Idee nicht patentieren zu lassen. Damit konnte sie jeder andere Hersteller auch nutzen.

Bei den Reboard Kindersitzen sieht es ähnlich aus. Diese sind in Skandinavien wesentlich mehr verbreitet. Dort ist es völlig normal, dass Kinder rückwärtsgerichtet mitfahren. Bis sie 3 oder 4 Jahre alt sind. Dann ist die Körper des Kindes schon wesentlich besser gerüstet. Bei uns? Da stehst du wieder mal als Exot da.

 

Baby im Kinderistz 1991
1991 sah für den Papa die Kindersitz-Welt noch etwas anders aus. :D

Warum um alles in der Welt sind Reboard Kindersitze bei uns so selten?

Diese Frage beschäftigt mit schon seit Wochen und Monaten. Und ich finde keine Antwort darauf. Reboarder sind bei einem Frontalcrash bis zu fünfmal sicherer. Die Argumente dagegen sind in erster Linie der höhere Preis und die schlechtere Sicht auf das Baby. Doch überwiegt das tatsächlich so eine große Verbesserung bei der Sicherheit?

Testergebnis ist nicht gleich Testergebnis

Vorsicht bei den Testergebnissen diverser Automobil-Klubs und Zeitschriften. Da schneiden Reboard Kindersitze meistens schlechter ab, als sie sind. Das hat einen simplen Grund. Viele Reboard Kindersitze können auch nach vorne gerichtet verwendet werden. Daher werden sie gemeinsam mit allen anderen nach vorne gerichteten Sitzen getestet. Begründung: die Leser und Verbraucher sollen nicht mit zu vielen Kategorien verwirrt werden. Also alles rein in einen Topf! Zu einem gewissen Teil nachvollziehbar. Dennoch sind Reboarder für die rückwärtige Verwendung ausgelegt und würden bei entsprechenden Tests wesentlich besser abschneiden.

Ich komm einfach nicht drauf.

Wie du siehst komme ich bei meiner Suche nicht voran. Ich werde dranbleiben. Irgendeinen Grund muss es haben. Warum setzen die Hersteller nicht viel mehr auf Reboard Kindersitze? Ich kann mir nicht vorstellen, dass für sie dadurch ein Nachteil entsteht. Warum kommt es für so viele nicht in Frage, auf einen rückwärts gerichteten Sitz umzusteigen? Warum kennen sie so wenige?

 

Hast du dafür bestimmte Argumente? Seien es deine eigenen, oder von irgendwo aufgeschnappt. Hast du eine Idee, warum Reboard Kindersitze so ein Schattendasein fristen? Dann lass uns alle teilhaben! Am besten in einem Kommentar, würde mich sehr freuen! Gute Fahrt!

Published in Kindersitze

4 Comments

  1. Walter Mikolasch Walter Mikolasch

    Ich bin damals, als ich einen Kindersitz brauchte, gar nicht auf die Idee gekommen, einen Reboard-Kindersitz zu kaufen, ja ich wusste ehrlich gesagt nicht mal, dass es sowas gibt.
    Deine Erklärung, was so ein Körper bei „nur“ 50km/h aushalten muss, ist mehr als erschreckend, noch mehr erschreckend aber ist, dass wir das doch alle wissen und dennoch unsere Kinder einer sehr großen Gefahr Aussetzen – also eigentlich ganz bewusst!
    Danke für deinen Artikel, ich werde beim nächsten Kind nicht mehr so gedankenlos handeln.

    • Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich komme mir selber auch immer noch blöd vor, dass ich so lange nichts davon gewusst habe.
      Und auch, dass ich anfangs noch so skeptisch war.

  2. Wir kennen die Reboard Kindersitze (müssen ja schon mal in die Zukunft blicken weil unsere Ananas ja nicht ewig in das Maxi Cosi passen wird) und muss sagen dass wir das Prinzip und den Sicherheitsfaktor ganz toll finden aber der Nachteil ist dass wir noch über keinen Reboarder gestolpert sind der KEIN Isofix braucht. Unser Auto hat nämlich keinen und DAS könnte der Grund sein warum Hersteller lieber „anders herum“ bauen – damit die Sitze sowohl mit dem Gurt als auch mit dem Isofix montiert werden können. Ist jetzt nur eine spontane Theorie meinerseits, vielleicht gibt es Gurt-Reboarder und ich weiß es nicht (wenn dies so ist dann ist mein ganzes Kommentar für de Tonne *lach*).
    LG, Christina
    http://www.thenewmommydiaries.com

    • Danke für deinen Kommentar! =) Da muss ich dich enttäuschen. Es gibt auch Reboard Kindersitze, die man mit Gurt montieren kann. :D
      Wir haben unseren (mit Isofix) hier gekauft: http://www.reboard-kindersitze.at/ und war sehr zufrieden.
      Da könntet ihr euch sicher mal beraten lassen. Kleiner Tipp: nicht gleich von der möglicherweise schlechten Erreichbarkeit abschrecken lassen.
      Telefon-Nummer gibts nicht und die Mails, die ich bekommen habe, sind im Spamordner gelandet. Das ändert aber nichts an der guten Beratung. :)

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