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NO MORE BULLSHIT – zwei aufregende Tage in Wien

No More Bullshit – Endlich wieder in Wien! Gleich zwei Events durfte ich als Papablogger an nur einem Tag besuchen. Beim zweiten war ich sogar für ein Interview auf der Bühne. Spannende, stressige und aufregende Stunden waren das. Für dich habe ich unsere Erlebnisse in einem Beitrag zusammengefasst!

Fast ein Jahr lang waren wir nicht mehr in Wien. Früher war das undenkbar. Immerhin habe ich lange Zeit fast jedes Wochenende in der größeren Stadt an der Donau (© Georg aus Wien beim Herzblatt) verbracht. Mittlerweile gleicht ein Ausflug nach Wien einem Städtetrip mit jeder Menge Organisation im Vorfeld. Dieses Mal war besonders viel zu organisieren. Denn aus der ursprünglichen Idee von einem gemütlichen Familienausflug mit einer Übernachtung und ein, zwei Foto-Shootings wurde etwas mehr – frei nach dem Motto: No More Bullshit!

Anfang April bekam ich auf meiner Facebook-Seite eine Nachricht von Marlies von karuu – Karriere unter Umständen. Sie wollte wissen, ob ich mir vorstellen könnte, als Experte zum Thema Väterkarenz auf der Bühne ein Interview zu geben. Meine erste, innere Reaktion war ein klares Nein. Ich, vor Publikum sprechen? Ich, als „Experte“? Nope! No way. Doch irgendwie reizte mich diese Herausforderung und ich sagte nach einem sehr netten Telefonat tatsächlich zu. Immerhin sollte ich einfach nur ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und kurz unsere Karenz-Geschichte erzählen.

 

Ein Event kommt selten allein

Damit hatten wir einen neuen Grund und gleich einen fixen Termin für unseren Wien-Trip. Schnell eine günstige AirBnB-Wohnung gesucht und dann waren Vorfreude und stetig steigende Nervosität angesagt. Lilly konnte etwas später noch ein Shooting für den zweiten Tag ausmachen. Damit war die Planung komplett. Dachte ich. Da hatte ich die Rechnung ohne dem lieben Gregor alias Casual Dad gemacht, der meine Daten an ambuzzador weitergegeben hatte. Dadurch bekamen wir zusätzlich eine Einladung zu einem Nachmittagsbrunch von livv.at zum Thema „was wäre, wenn…“ Vorsorgemöglichkeiten für Eltern. Zumindest ein kurzer Snack sollte sich organisatorisch ausgehen. Denn viel Zeit blieb zwischen den beiden Events leider nicht.

 

Es geht los – auf nach Wien und zum ersten Event

Schneller als gedacht, kam der große Tag näher. Sieben Uhr früh – der Wecker piept. Ein seltenes Geräusch bei uns, da den Weckdienst üblicherweise unser Sohnemann übernimmt. Mit dem Auto geht es etwas später nach Wien. Durch den aufkommenden Freitag-Nachmittag-Verkehr gequält und die Familienkutsche gleich in der Nähe der Wohnung in Hernals geparkt. Mit den Öffis ging es direkt weiter zum ersten Event. Im extravaganten 25hours Hotel in der Nähe des Museumsquartiers wartete der Nachmittagsbrunch von livv.at auf uns. Hinter der Bezeichnung „Der kleine Dachboden“ verbarg sich eine coole Location im Dachgeschoss mit einer riesigen Dachterrasse, die einen genialen Blick über die Stadt bietet. Da machte nicht nur unser Matz große Augen. Unter den Gästen waren einige bekannte Gesichter und richtig große Kaliber unter den Familienbloggern.

Nach ein paar richtig leckeren Snacks und Kaffee ging die Podiumsdiskussion los. Ein angehender Notar, ein Psychologe, Anna vom BirdieBlog und eine Vertreterin von livv.at lieferten viele interessante Infos, Hintergründe und Erlebnisse rund um die richtigen Vorkehrungen für den absoluten Worst Case im Familienleben – den Tod von Mama oder Papa. Leider konnten wir nicht bis zum Schluss bleiben, da noch der Check-In in die Wohnung und die zweite Veranstaltung auf uns warteten. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Felicitas von ambuzzador für die Einladung! Jederzeit gerne wieder!

No More Bullshit Rabeneltern 4.05.18
Der Flyer zu No More Bullshit Rabeneltern.

Stress lass nach – im Eiltempo durch Wien

Also wieder runter ins Erdgeschoss und ab zur Straßenbahn. Organisatorisch wirklich klug – vor allem mit Kleinkind – war das zusätzliche Event leider nicht, da es sehr stressig wurde. Dennoch ist sich alles ausgegangen. Wir konnten erfolgreich einchecken und die Sachen in die Wohnung bringen. Mit Bim und U-Bahn ging es weiter zum Hauptgrund für unseren Wien-Ausflug – zum No More Bullshit! Rabeneltern! Event.

No More Bullshit Sackerl
Mit diesem No More Bullshit Sackerl bin ich auf heute noch stolz in Linz unterwegs. Foto: Silke Lapina

Es wird ernst – mein erstes Mal am Podium bei No More Bullshit! Rabeneltern

Mit dem Coworking-Space „Das Packhaus“ haben die Veranstalter karuu und Sorority eine wirklich coole Location für ihre Veranstaltung gefunden. Unter dem Titel „No more Bullshit! Rabeneltern“ sollte an diesem Abend mit den vielen entbehrlichen Phrasen und Meinungen rund um das Leben als Eltern aufgeräumt werden. Vor allem, wenn es um die Rollen geht, in die Mama und Papa schlüpfen (sollen). Gerade beim Elternsein spielt Gleichberechtigung sehr häufig eine stark untergeordnete Rolle.

Wenn wir über Gleichberechtigung bei Eltern sprechen, kommen wir natürlich nicht an der Frage vorbei, wer, wie lange beim Kind zu Hause bleibt. Oder ob überhaupt. Und damit landen wir mitten bei meiner Herzensangelegenheit, der Väterkarenz.

  • „Nur die Mutter kann sich wirklich gut ums Kind kümmern.“
  • „Er verdient halt mehr, natürlich bleib ich da zu Hause.“
  • „Väterkarenz? Das lässt mein Chef bestimmt nicht zu.“

Solche Floskeln kennen wir wohl alle. An diesem Abend sollte damit aufgeräumt werden. Einen Teil durfte ich mit meinen Erfahrungen als Karenzpapa beisteuern.

Kinderbetreuung No More Bullshit Event
Die Kleinen (und Großen) hatten bei der Kinderbetreuung sichtlich Spaß. Foto: Silke Lapina

Interessante Fakten, spannende Einblicke und wertvolle Infos

Den Beginn machte Dr. Eva-Maria Schmidt vom Österreichischen Institut für Familienforschung. Sie hat mit vielen interessanten Daten und Fakten aus der Forschung aufgezeigt, wie es tatsächlich um die Gleichberechtigung bei der Kinderbetreuung steht. Der nächste Programmpunkt war ein Interview mit Alexander Tomanek von der Arbeiterkammer. Dort arbeitet er als Jurist häufig mit werdenden Eltern zusammen und weiß daher perfekt Bescheid, wenn es um die arbeitsrechtlichen Themen rund ums Elternsein geht.

Programmpunkt Nummer drei war mein Interview, geführt von Marlies. So nervös ich davor war, so locker lief es letzten Endes ab. Ich habe ihre Fragen beantwortet und damit dem Publikum unsere Karenzgeschichte erzählt. Wie ich auf die Idee mit der Karenz gekommen bin, wie lange ich in Karenz war, was ich jetzt danach mache und noch so manches mehr. Eine aufregende Erfahrung war es auf jeden Fall. Seit meiner Schulzeit habe ich nicht mehr so richtig vor mehreren Menschen gesprochen. Das wurde also echt schon Zeit. Im Nachhinein bin ich echt froh, diese Herausforderung angenommen zu haben. Das war wieder mal ein schöner Schritt raus aus der Komfortzone.

Bernhard Desch papazuhause.at als Experte bei No More Bullshit
Der große Moment – ich beim Interview mit Marlies von karuu.at Foto: Silke Lapina

Jede Menge Diskussionsstoff und große gesellschaftliche Probleme

Im Anschluss wurden aus allen Anwesenden vier Gruppen gebildet, in denen jeder seine eigenen Erfahrungen zum Thema einbringen konnte. Da kamen schon viel interessante, teilweise haarsträubende Erfahrungen zusammen. Spannend fand ich die Geschichte von einem Vater, der mit seinem Chef um die Dauer seiner Väterkarenz feilschen musste. So wurden aus sechs immerhin noch vier Monate zu Hause beim Kind.

In jeder Gruppe haben sich bestimmte Themen herauskristallisiert, die die Teilnehmer besonders unter den Nägeln gebrannt haben. In unserer Gruppe ging es vielen darum, dass Teilzeitarbeit einen höheren Stellenwert bekommen sollte und, dass Gleichberechtigung bei der Kinderbetreuung vor (derzeit noch zu) großen gesellschaftlichen Problem steht.

Diskussionsrunde No More Bullshit Event
Zum Abschluss gab es regen Austausch und Diskussionen. Foto: Silke Lapina

Wie können wir aus den klassischen Mustern ausbrechen?

Die klassische Aufteilung mit Mama zu Hause und Papa verdient die Brötchen, ist noch viel zu normal. Ein Papa in Karenz viel zu selten. Um von diesen verbreiteten Mustern wegzukommen, braucht es noch viel. Veranstaltungen wie diese können bestimmt einen guten Beitrag leisten. Vielleicht auch mein Papablog. In erster Linie stehen aber Gesetz- und gleich danach die Arbeitgeber in der Schuld. Inwieweit wir uns da von der aktuellen Regierung etwas erwarten dürfen, ist wohl fraglich. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich diese Themen in den nächsten Jahren entwickeln werden.

Die Ergebnisse der anderen Gruppen habe ich leider nicht mehr genau verfolgen können, da unser Matz nach so langer, geduldiger Zeit wieder Papa-Zeit brauchte. Aber ich vermute, dass es in eine ähnliche Richtung gegangen ist. Mit ein paar netten Gesprächen und einer Flasche Muttermilch Bier haben wir schließlich die Veranstaltung gemütlich ausklingen lassen. Karuu und Sorority, es war mir eine Ehre und eine Freude! Vielen Dank für die Einladung und viel Erfolg für eure weiteren Aktivitäten und Events!

 

Tag 2 – die Männer gehen es ruhig an im Kurpark

Nach einer überraschend ruhigen Nacht ging es am zweiten Tag schon früh los. Lillys Shooting stand am Programm. Dafür düsten wir einmal quer durchs morgendliche Wien von Hernals zum Kurpark Oberlaa. Während Lilly dort ein bezauberndes Mutter-Tochter-Shooting machte, erkundeten der Matz und ich in Ruhe den riesigen Kurpark. Eigentlich habe ich schon überlegt, nach einer kurzen Runde in die U1 zu hüpfen und zum Stephansplatz zu fahren, doch auf den Spielplätzen verging die Zeit doch schneller als gedacht.

Damit waren wir zur Mittagszeit wieder auf dem Heimweg. Erschöpft, aber um viele spannende Erfahrungen reicher. Beeindruckend war vor allem, wie wunderbar unser Sohnemann den ganzen Trubel mitgemacht hat. Dennoch würde ich in nächster Zeit kein so enges Programm mehr zulassen. So schön und erfolgreich das alles auch geklappt hat. Mal sehen, wann Wien uns wiedersieht. Ich hoffe bald!

Spaziergang im Kurpark Oberlaa Wien
Den zweiten Tag haben der Matz und ich gemütlich im Kurpark Oberlaa verbracht, während Mami fleißig geshootet hat.

 

 

Published in Väterkarenz Was Papa sonst zu sagen hat

Ein Kommentar

  1. Gregor Gregor

    Das klingt nach einem durchaus spannenden Städtetrip…und das mit dem weiter geben der Daten hab ich natürlich gerne gemacht…

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