Überspringen und zum Inhalt gehen →

Gleichberechtigung – frische Windeln zwischen Binnen-I und Hymne

Was das Wickeln unterwegs mit dem Thema Gleichberechtigung beim Eltern-Sein zu tun hat? Das erfährst du in diesem Beitrag!

Heute möchte ich mich mit einem eher kurzen Kommentar an dich wenden. Es geht um das heikle Thema Gleichberechtigung. Eines vorweg: Mir ist klar, dass es rund um dieses Thema wesentlich wichtigere Themen gibt, die unbedingt angegangen gehören. Dennoch muss ich endlich mal kurz meinem Ärger zu einer bestimmten Sache Luft machen.

Gleichberechtigung betrifft alle Lebenslagen – auch das Eltern-Sein. Neben dem großen Thema Karenz gibt es da viele kleinere Nebenschauplätze. Bei der Gleichberechtigung rund ums Eltern-Sein habe ich ja nicht zuletzt mit dem NO MORE BULLSHIT-Event viel Erfahrung gesammelt. Gerade hier stecken wir viel zu oft noch in veralteten Mustern drinnen. Mama bleibt zu Hause und Papa bringt das Geld heim.

Dem zufolge ist in erster Linie Mama für die Kinder zuständig. Unter anderem dafür, was die Kleinen anziehen, was in sie reinkommt und für den Umgang damit, was letzten Endes wieder rauskommt. Kurz: wickeln. Papa kommt nur am Abend von der modernen Jagd im Büro zurück und bespaßt die Kids noch ein bisschen oder bringt sie ins Bett. Soweit die graue Theorie, wie man meinen möchte. Zum Glück sieht das in vielen Familien mittlerweile anders aus. Da übernehmen die Papas viel größere Rollen in der Kinderbetreuung. Bleiben mancherorts sogar selber als Karenzpapa zu Hause und ja, viele Papas wickeln tatsächlich selbst. Bei uns hat sich die Aufgabenteilung ganz einfach durch das nächtliche Stillen ergeben. Mama stillt den kleinen Mann und ich kümmere mich ums Wickeln. Das hat sich bis heute im Grunde nicht geändert.

Seid ihr denn schief gewickelt?

Wenn sich dieser Umstand zumindest bis zu allen öffentlichen Einrichtungen durchgesprochen hätte. Im Jahr 2018 finde ich es traurig, dass es an so vielen öffentlichen Orten immer noch ausschließlich am Damen-WC eine Wickelmöglichkeit gibt. Speziell an öffentlich-verwalteten Orten oder bei großen kulturellen Einrichtungen finde ich das besonders schade. Wenn jetzt nicht jedes kleine Gasthaus entsprechend umrüstet, kann ich das noch verstehen. Doch das bisschen Geld für den Kauf und die Montage einer Wickelmöglichkeit auf dem Herren-WC, oder noch besser an einem neutralen Ort, sollte an öffentlichen Plätzen noch finanzierbar sein. Und da denke ich noch nicht einmal darüber nach, wofür völlig sinnlos Geld verpulvert wird. ;-)

Vielerorts sieht es zum Glück schon um einiges besser aus. Dort müssen wir uns nicht alle gemeinsam in die unangenehme Situation begeben, dass ich plötzlich mitten am Damen-WC unseren Matz wickeln muss. Die meisten Einkaufszentren in Linz und Umgebung sind bereits im aktuellen Jahrtausend angekommen. Der schwedische Möbelriese auch. Der Linzer Zoo fällt mir auch noch ein. Entlang der Landstraße kenne ich ebenfalls schon einige Plätze, wo wir problemlos wickeln können. Das ist alles gut zu wissen und hat gleichzeitig einen fahlen Beigeschmack. Findest du es nicht auch schade, dass heutzutage eine Wickelgelegenheit für Papas ein spezieller Grund zur Freude ist und Mann sich diese geheimen Orte erst extra merken muss?

Meine Hoffnung für die Gleichberechtigung am Wickeltisch

Meiner Meinung nach sollte das selbstverständlich sein. Davon sind wir allerdings noch ein großes Stück entfernt. Zum Glück schreitet die Gleichberechtigung langsam aber sicher voran. Wie schnell sich das auf die Wickeltische der Nation auswirken wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin werde ich meine eigene Liste an Wickelpapa-freundlichen stillen Örtchen weiter brav erweitern, bis ich sie hoffentlich nicht mehr brauche. Da entweder alle Papas endlich überall problemlos wickeln können, oder – was ich für wahrscheinlicher halte – unser Matz ganz einfach nicht mehr gewickelt werden muss.

In diesem Sinne: allen Wickelpapas da draußen weiterhin viel Glück bei der Suche und allen Damen, die womöglich dennoch mit gelegentlichem, männlichen Wickelbesuch am Damen-WC leben müssen: Sorry, aber was muss, das muss. Die glatten Baby-Popos des Landes werden es euch danken! :)

Published in Was Papa sonst zu sagen hat


Blogheim.at Logo