Überspringen und zum Inhalt gehen →

Buchrezension: Mein erster Elternratgeber für die Trotzphasen

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Der entspannte Weg durch Trotzphasen. Bei diesem Elternratgeber von Danielle Graf und Katja Seide ist nicht nur der Titel umfangreich. Auch der Inhalt bietet unglaublich viel neues Wissen. Reinlesen lohnt sich!

Im Jahr 2010 bin ich mit der Schule fertig geworden. Damit ist meine letzte Buchrezension also mindestens sieben bis acht Jahre her. Ich habe reichlich wenig Ahnung, wie so etwas „geht“. Dennoch wage ich mich jetzt einfach mal daran. Nicht zuletzt, weil ich von diesem Elternratgeber sehr begeistert bin und hoffe, dass ihn noch viele Eltern lesen werden. Sie werden es definitiv nicht bereuen! Auch du nicht, falls ich dich jetzt mit dieser Rezension endlich dazu bringe, in diesen tollen Ratgeber reinzuschauen.

Generell bin ich kein großer Literatur-Kenner. (Ups, jetzt stehe ich nach dem Sinnesrausch-Beitrag schon wieder wie der größte Kulturbanause da, aber wen juckts?) Allerdings versuche ich seit ein paar Wochen, im Schnitt jede Woche ein Buch zu lesen. Bis jetzt klappt das wunderbar. Als eines der ersten Bücher habe ich das gewünschteste Wunschkind* aus dem Regal geholt und regelrecht inhaliert. Was ich da literarisch zu mir genommen habe, bekommst du jetzt zusammengefasst zu lesen. Viel Spaß!

 

Der Schreibstil – wie wird das viele Wissen vermittelt?

Bevor ich großartig auf die Inhalte eingehe, möchte ich dir ein Gefühl für das „wie“ geben. Ich nenne es jetzt mal ganz allgemein den Schreibstil. Man spürt sofort, dass dieser Elternratgeber von zwei großartigen Bloggerinnen geschrieben worden ist. Sie beschreiben alles sehr ansprechend und leicht verständlich. Dennoch ist richtig viel Ahnung und Wissen hineingepackt, ohne den Leser zu überfordern. Damit konnte ich als absoluter Laie sehr viel Neues verstehen und mitnehmen.

Bei einem rein medizinischen bzw. fachlichen Buch wäre das wesentlich schwieriger geworden. Mit einem Minimum an Fachjargon kann man ganz offensichtlich wunderbar die wesentlichen Zusammenhänge im kindlichen Gehirn erklären. Damit haben die beiden eine perfekte Brücke zwischen medizinischem, psychologischen Fachwissen und uns „einfachen“ Eltern gebaut. Chapeau!

 

Der Inhalt – was steckt drin in diesem Elternratgeber?

Widmen wir uns jetzt den inneren, sprich den inhaltlichen Werten. Zu Beginn bekommt der Leser einen Einblick, worum es im Kopf eines Kindes eigentlich geht. Wir müssen uns klarmachen, dass ein Kind noch völlig anders „funktioniert“ als seine Eltern. Den fachlichen Hintergrund bekommt man perfekt verständlich mit auf den weiteren Weg. Vor allem im Gehirn nehmen unsere Kinder jede Menge kleine Entwicklungsschritte nacheinander. Viele Dinge gehen schlicht und ergreifend noch nicht. Ich sag mal so, nach dieser Einleitung ist der Leser mit dem präfrontalen Kortex per du! Er macht verdammt viele große Unterschiede zwischen der kindlichen und der elterlichen Sicht auf die Welt aus.

Schließlich geht es mit dem gelernten Grundwissen direkt ab in die Praxis. Anhand von vielen verschiedenen Beispielen entführen die beiden Autorinnen ihre Leser in alle möglichen Szenarien. Dabei gibt es einleitend immer ein Problem, mit dem sich Eltern bei den beiden gemeldet haben. Zuerst klären sie die Situation auf und beschreiben, wie es zu den jeweiligen Reaktionen kommt. Schlussendlich kommen konkrete Lösungen für die verschiedenen Szenarien.

Keine Ahnung, ob es Zufall ist, aber für mein Empfinden haben sich die Situationen allmählich gesteigert. Bei den ersten Fällen habe ich mich manchmal bei einem kurzen „WTF?! Wie könnt ihr da nicht gleich selber draufkommen und wendet euch dann auch tatsächlich noch an die beiden?!“ ertappt. Diese Momente wurden aber immer seltener, bis ich mit der Zeit nach der ersten Beschreibung selbst nicht mehr erkennen konnte, wo das Problem seinen Ursprung hatte, geschweige denn, wie es gelöst werden kann.

 

Die Zusammenfassung – was nehme ich mit?

Bei so viel tollem Inhalt stellt sich natürlich die Frage: was konnte ich selber tatsächlich mitnehmen? Endgültig kann ich das noch nicht sagen. Das wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen. Ein grundsätzliches Umdenken im Alltag hat es definitiv bewirkt. Ich merke, wie ich zunehmend anders auf gewisse Situationen reagiere. Bzw. wie ich auch ganz normale, ja eigentlich unauffällige Dinge besser oder überhaupt erst wahrnehme. Wir bekommen ja gar nicht mit, wie viel unsere Kleinsten bereits „für uns“ leisten. Wie oft sie problemlos kooperieren. Leider neigen wir dazu, uns viel zu sehr darauf zu konzentrieren, wenn es mit der Kooperation mal nicht so gut klappt. „Jetzt lässt er sich schon wieder nicht in den Kinderwagen setzen. Kooperier doch bitte endlich mal ordentlich!“ Ja und das Wickeln vorher? Die Kleidung, die Schuhe, die er sich problemlos anziehen hat lassen? Das alles waren schon wunderbare Kooperationen, die für so ein kleines Wesen vielleicht gar nicht so leicht waren.

 

Versuche mal nicht „nicht“ zu sagen!

Diese gesteigerte Aufmerksamkeit für die vielen kleinen Kooperationen zählt bestimmt zu meinen größten Learnings. Zusätzlich habe ich noch eine eigene kleine Challenge permanent im Hintergrund laufen. Im Buch wird sehr gut vermittelt, dass kleine Kinder das Wort „nicht“ noch nicht verarbeiten können. Es wird einfach ausgeblendet. So wird im kleinkindlichen Kopf aus einem „Geh NICHT weg!“ ein „Geh weg!“. Ein entscheidender und unter Umständen gefährlicher Unterschied. Daher versuche ich das Wort „nicht“ weitestgehend zu vermeiden. Vor allem, wenn ich bestimmte Dinge argumentieren muss, die unserem Matz gerade nicht passen. „Greif nicht in die Steckdose!“ wird dann eben zu „Lass die Steckdose bitte in Ruhe.“ Funktioniert besser, als ich erwartet hätte.

Zusammenfassend möchte ich eine ganz klare Leseempfehlung für alle Eltern aussprechen! Hier kann jeder noch etwas lernen und vor allem das Verständnis steigern für die verschiedenen Reaktionen unserer Kleinsten. Der Untertitel des Buchs beschreibt es perfekt: man kann wesentlich entspannter sein, wenn es mal trotzig zugehen sollte.


Wie findest du meine erste Buchrezension seit sieben Jahren? Hast du das Buch selbst gelesen? Wie findest du es? Lass uns alle daran teilhaben in einem Kommentar. Ich freu mich drauf!

*das ist ein Affiliate-Link von Amazon. Wenn du also da drauf klickst und etwas bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Ändert für dich allerdings preislich nichts. 

Published in Buchrezensionen

3 Comments

  1. Michaela

    Lieber Papa 😊
    Ich bin gerade dabei das Buch zu lesen u ich liebe es!!! Vieles vom kindlichen Gehirn wusste ich zuvor schon, aber es ist so toll und verständlich geschrieben, dass ich das Buch bereis anderen geschenkt habe – und auch noch werde! Ich finde, es müssen ALLE wissen, dass es dem Kind nicht MÖGLICH ist, sich zu ,,beherrschen“ oder zu akzeptieren , dass es das gewünschte Ding jetzt nicht bekommt- und es nicht boshaft ist!!!

    Ich bin schon auf weitere Rezensionen gespannt!

    Alles Liebe!

    • Hallo Michaela,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Das Buch ist tatsächlich einfach der Hammer. Eine sehr gute Idee, das Buch so fleißig zu verschenken! :)

  2. Danke für diese wunderbare Rezension!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Blogheim.at Logo